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Diabetes Typ1 – Symptome und Therapie

Diabetes mellitus ist umgangssprachlich auch als Zuckerkrankheit bekannt. Der Name bezeichnet eine Stoffwechselerkrankung in deren Folge der Körper entweder kein Insulin mehr produzieren oder es nicht mehr zur Genüge verwerten kann. Die als Diabetes verallgemeinerte Erkrankung teilt sich in Diabetes Typ1 und Diabetes Typ2 auf. Beide Formen weisen jedoch zum Teil unterschiedliche Ursachen und Symptome auf. Hier finden Sie alle grundlegenden Informationen zum Diabetes Typ1, von ihren spezifischen Merkmalen bis zu Therapieformen.

 

Was ist Diabetes Typ1?

 

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die in verschiedenen Formen auftreten kann. Die Bauchspeicheldrüse produziert in sogenannten Betazellen das Hormon Insulin. Insulin dient als chemischer Botenstoff, den Ihr Körper für die Regulierung wichtiger Körperfunktionen benötigt. Insulin dient dazu, den über die Nahrung aufgenommenen Zucker, in die Körperzellen zu transportieren, wo er anschließend in Energie für den Körper umgewandelt wird. Mit einem Diabetes können diese Körperfunktionen nicht mehr durchgeführt werden und es kommt zu Langzeitschäden.

Bei einer Typ1 Diabetes kann die Bauchspeicheldrüse kein oder nur sehr wenig Insulin produzieren. Damit unterscheidet sie sich von einer Typ2 Diabetes, bei der Insulin produziert aber nur vermindert verwertet werden kann. Diabetes Typ1 ist eine Autoimmunerkrankung, die Betroffene ihr Leben lang begleitet. Das Immunsystem greift die Betazellen der eigenen Bauchspeicheldrüse an und schädigt diese so über Jahre. Das hat zur Folge, dass nur wenig oder gar kein Insulin mehr produziert werden kann.

Durch den fehlenden Botenstoff Insulin tritt bei einer unbehandelten Diabetes Typ1 eine Überzuckerung des Körpers auf. Der Zucker kann nicht mehr transportiert werden und sammelt sich stattdessen im Blut an. Infolge einer Überzuckerung kann es zu wiederkehrenden körperlichen Beschwerden und sogar zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen kommen. Diese treten zunächst durch einige typische Symptome auf, die sich aber je nach Einzelfall unterscheiden können.

 

Symptome bei Diabetes Typ 1

 

Die dauerhafte Erhöhung der Blutzuckerwerte bei einer unbehandelten Diabeteserkrankung macht sich in der Regel früh durch einige Symptome bemerkbar. Die auftretenden Beschwerden sind nicht immer gleich. Es gibt jedoch einige Symptome, die Anzeichen für einen erhöhten Blutzuckerwert sein können. Treten diese Symptome auf, kann durch einen Arzt geprüft werden, ob ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerwert vorliegt.

Eine Diabetes Typ1 äußert sich unbehandelt durch die Symptome einer Überzuckerung und wird meist von häufigem Wasserlassen und einem starken Durstgefühl begleitet. Auch ein ungewollter Gewichtsverlust und Übelkeit können in einigen Fällen auftreten. Weiterhin wirkt sich der erhöhte Blutzuckerspiegel auf die Leistungsfähigkeit und den Antrieb aus. Müdigkeit, Antriebsschwäche und eine Leistungsminderung sind oft Folge, da der Körper nicht mehr mit ausreichend Energie versorgt werden kann.

Bei einem stark erhöhten Blutzuckerspiegel kann es auch zu Schwindel oder Bewusstseinsstörungen kommen. Diese Erscheinungen gehen bis hin zum Bewusstseinsverlust, dem sogenannten diabetischen Koma. Aufgrund der modernen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten tritt diese Erscheinung aber nur noch selten auf. Bei einem diabetischen Koma sollten umgehende Maßnahmen eingeleitet werden. In Notfällen gehört dazu die Alarmierung von Rettungskräften.

 

Folgeerkrankungen von Diabetes Typ1

 

Eine unbehandelte Diabetes Typ1 Erkrankung kann zu Langzeitschäden am Körper führen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Ohne eine tägliche Zufuhr von Insulin kann der Zucker nicht in die Körperzellen transportiert und in Energie umgewandelt werden. Stattdessen lagert er sich im Blut ab. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckergehalt führt zu Schäden an Organen und dem Gewebe.

Der Zucker schädigt die kleinen Blutgefäße, die dafür zuständig sind das Gewebe zu versorgen. Diese Auswirkungen können sich bis auf die Netzhaut oder die Nieren erstrecken. Eine diabetische Retinopathie an der Netzhaut der Augen kann in einigen Fällen bis zur Erblindung führen. Die Niere kann durch eine diabetische Nephropathie geschädigt werden. Eine Minderung der Leistung oder ein Nierenversagen sind dabei die Folgen.

Neben den Organen greift eine unbehandelte Diabetes Typ1 auch die Nerven an. Dieses Symptom wird als diabetische Neuropathie bezeichnet. Durch die geschädigten Nerven werden Tastsinn, Temperatur- und Schmerz empfinden eingeschränkt. So kann die Gefahr entstehen, dass Prellungen oder Verletzungen erst sehr spät bemerkt werden. Zusätzlich verschlechtert sich bei einem Diabetes Typ1 Erkrankung die Durchblutung. Dadurch wird die Wundheilung verlangsamt. Eine frühe Diagnose und Behandlung von Diabetes Typ1 können diese Folgeerkrankungen verlangsamt oder aufgehalten werden.

 

Risikofaktoren für Diabetes Typ1

 

Diabetes Typ1 ist eine Autoimmunerkrankung, durch die der Körper die eigenen Beta-Zellen angreift. Sie prägt sich in der Regel bereits in einem sehr jungen Alter aus. Die Bauchspeicheldrüse wird durch das eigene Immunsystem dauerhaft angegriffen und kann schließlich kaum oder kein Insulin mehr produzieren. Wodurch genau dieser Prozess ausgelöst wird, ist bislang noch nicht zur Gänze erforscht. Die besondere Rolle der Gene dabei ist jedoch ein gemeinsamer Punkt der Forschung rund um Diabetes Typ1. Bei einer familiären Vorbelastung liegt ein erhöhtes Krankheitsrisiko für die Kinder vor. Die Gene sind aber nicht der alleinige Faktor für die Entstehung einer Typ1 Diabetes.

Die Bedeutung von Umweltfaktoren und Infektionen wird noch erforscht. Die Wissenschaft geht aber von einem Zusammenspiel der genetischen Vorbelastung und der Umweltfaktoren aus. In dieses Feld gehören auch die Ernährung im Kleinkindalter und die Infektion durch Darmbakterien. Auch Menschen ohne erbliche Vorbelastung erkranken an DiabetesTyp1. Die Auswirkungen von Umweltfaktoren und ihr Zusammenspiel mit einer genetischen Vorbelastung wird noch erforscht.

 

Der Verlauf von Diabetes Typ1

 

Die Diabetes Typ1 wird auch als juvenile Diabetes bezeichnet. Dieser Name nimmt Bezug darauf, dass Typ1 Diabetes in der Regel bei Jugendlichen bis zu jungen Erwachsenen diagnostiziert wird. Auch bei Kindern kann die Erkrankung bereits auftreten. Eine Diagnose bei Älteren ist dagegen ein seltener Fall. Die ersten Symptome und Beschwerden treten so bereits in jungen Jahren in Erscheinung und können von Antriebsschwäche bis zu Schwindel reichen.

Eine Diagnose in jungen Jahren ermöglicht eine gute Behandlung mit Insulin und die Einschränkung von weiteren Folgeerkrankungen. Unbehandelt führt Diabetes Typ1 zu schweren Schäden innerhalb des Körpers. Mit der passenden Zufuhr von täglichem Insulin kann der Alltag dagegen in der heutigen Zeit weitgehend ohne Einschränkungen gestaltet werden. Dafür wird die Menge des aufgenommenen Insulins individuell abgestimmt und der Diabetiker stellt ein, in welchen Abständen das Insulin verabreicht wird.

 

Die Diagnose von Typ1 Diabetes

 

Eine Typ1 Diabetes wird meist in einem jungen Alter diagnostiziert. Die Symptome treten bereits früh auf, das der Körper die Zellen für die Produktion von Insulin angreift und schädigt. Die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse können schon in der Kindheit nicht mehr fähig sein, das notwendige Insulin für den Körper zu produzieren. Dadurch lagert sich der Zucker im Blut ab und spiegelt sich in einem erhöhten Blutzuckerwert wider.

Um eine zuverlässige Diagnose zu ermöglichten wird der Blutzuckerwert vor der ersten Nahrungsaufnahme und im weiteren Verlauf des Tages mehrfach gemessen. Dafür wird Ihnen von einem Arzt Blut abgenommen, das von einem Labor auf die Blutzuckerwerte untersucht wird. Dabei werden die wichtigen Werte zum Erkennen einer Typ1 Diabetes untersucht und ausgewertet.

Zusätzlich zu den Blutzuckerwerten prüft der Arzt für die Diagnose auch den durchschnittlichen Zuckergehalt im Blut. Dafür wird der HbA1c-Wert im Labor untersucht. An diesem Wert kann abgelesenen werden wie hoch der Zuckergehalt durchschnittlich in den letzten Monaten war. Nur eine starke Schwankung des Blutzuckerwerts weist auf eine vorhandene Diabetes Typ1 Erkrankung hin. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerwert deutet zusammen mit anderen Symptomen das Vorliegen einer Diabetes Typ1 Erkrankung an.

 

Die Therapie einer Diabetes Typ1

 

Nach der Diagnose einer vorliegenden Diabetes Typ1 Erkrankung muss die tägliche Insulintherapie individuell eingestellt werden. Da der Körper kein eigenes Insulin produzieren kann, erfordert eine Typ1 Diabetes die tägliche Einnahme von Insulin. Durch diese Zufuhr wird es dem Körper ermöglicht den Zucker zu transportieren und in Energie umzuwandeln. Damit wird der Blutzuckergehalt verringert und so den Auswirkungen einer Überzuckerung vorgebeugt.

Eine zu große Menge an Insulin im Körper führt aber zu einer Unterzuckerung, die ebenfalls negative Auswirkungen auf den Körper hat. Deshalb erfordert eine Diabetes Typ1 Erkrankung die tägliche Kontrolle des Blutzuckerwerts. Diese Überwachung des Blutzuckerwerts hilft, starken Schwankungen effektiv vorzubeugen Diabetiker lernen mit der Zeit die Insulintherapieindividuell anzupassen. Das Insulin muss täglich eingenommen werden. Die Dosierung ist dabei abhängig von der Nahrungsaufnahme und dem Energieverbrauch durch Bewegung.

Neben diesen Faktoren können sich auch der Hormonspiegel oder andere Krankheiten auf die benötigte Zufuhr an Insulin auswirken. Die Therapie kann aber genau an den Körper und seine individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Zusätzlich wird eine Insulintherapie nach Bedarf mit Medikamenten gegen Bluthochdruck oder für das Herz-Kreislauf-System kombiniert. Die Therapie erlaubt Diabetikern in der heutigen Zeit ein großes Maß an Selbstmanagement und Flexibilität bei der individuellen Anpassung. So kann Sie einfach und unkompliziert in den Alltag eingebunden werden.

 

Was sind Über- und Unterzuckerung?

 

Das Ziel einer Behandlung mit Insulin ist es, eine Überzuckerung zu vermeiden. Durch die Zufuhr von Insulin, kann der Blutzuckerwert gesenkt werden. Bei einer zu hohen Menge an aufgenommenem Insulin droht allerdings eine Unterzuckerung. Deshalb muss die Therapie individuell auf die Bedürfnisse und Alltagsgewohnheiten der Diabetiker angepasst werden. Über- und Unterzuckerung machen sich meist durch typische Symptome bemerkbar. Dann sollten sie umgehend behandelt werden, um schwerwiegenderen Folgen entgegenzuwirken.

Bei einem Diabetes Typ1 tritt in unbehandelter Form meist eine Überzuckerung auf. Diese kann in vielen Fällen stärker ausgeprägt sein, als bei einer Typ2 Diabetes. Die starke Überzuckerung tritt auf, da der Körper kein eigenes Insulin mehr produzieren kann. Dieser Zustand eines stark erhöhten Blutzuckerwerts wird auch Hyperglykämie genannt und macht sich durch Symptome von einem starken Durstgefühl bis Bewusstseinsstörungen bemerkbar. Bei diesen typischen Symptomen einer Typ1 Diabetes sollte eine Diagnose vom Arzt eingeholt werden, damit mit einer Insulinbehandlung begonnen werden kann. Tritt ein diabetisches Koma auf, müssen Rettungskräfte eingeschaltet werden.

Eine Unterzuckerung kann dagegen auftreten, wenn in Folge einer Insulintherapie der Blutzuckerwert zu stark absinkt. Bei unvorhergesehenen Anstrengungen, einer spontan ausgelassenen Mahlzeit oder starkem Alkoholkonsum kann die Insulinzufuhr zu hoch sein. Ein abgesunkener Blutzuckerwert und eine Hypoglykämie sind dann die Folge. Eine Unterzuckerung drückt sich durch kalten Schweiß, Blässe, einen erhöhten Puls, Kopfschmerzen und Heißhunger auf. Das kann bis zu Angstgefühlen, Unruhe, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen reichen.

Nicht alle Symptome treten immer auf. Bei einer Unterzuckerung können Traubenzucker und zuckerhaltige Getränke zur Erhöhung des Blutzuckerspiegels genutzt werden. Süßstoff hilft in dieser Situation jedoch nicht. Bei starken Bewusstseinsstörungen können Notfallspritzen mit Glukagon genutzt werden. Sowohl eine Über-, als auch eine Unterzuckerung werden durch eine individuell angepasste Insulintherapie vermieden.

 

Der Alltag mit Diabetes Typ1

 

Diabetes Typ1 erfordert als Autoimmunerkrankung eine lebenslange Therapie. Der Blutzuckerwert muss täglich kontrolliert und durch die Zufuhr von Insulin reguliert werden. Auch die Ernährung sollte auf die Insulintherapie abgestimmt werden. Dabei haben sich die Therapiemöglichkeiten für Diabetiker jedoch weiterentwickelt und bieten heute ein größeres Maß an Flexibilität und Freiheit für die Gestaltung des Alltags.

Da eine Typ1 Diabetes nicht heilbar ist, müssen Sie sich auf eine lebenslange Therapie einstellen. Sobald die Zufuhr von Insulin auf Ihre individuellen Gewohnheiten abgestimmt ist, schränkt es die Gestaltung des Alltags nicht mehr stark ein. Mit einem guten Selbstmanagement kann die Zufuhr auch auf die täglichen Gewohnheiten abgestimmt werden.

Disziplin und ein sorgfältiges Management sind dabei ein essenzieller Bestandteil der täglichen Insulintherapie. Wenn die Einnahme einmal vergessen wird, bemerken Diabetiker nicht sofort negative Konsequenzen. Dennoch muss das Insulin für seine Wirkung regelmäßig eingenommen werden. Nur durch eine konsequente Anwendung kann die Autoimmunerkrankungbehandelt werden. Damit kann der Alltag jedoch auch flexibel und ohne große Einschränkungen gestaltet werden.

 

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